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Manchmal ist es leichter den Nachbarn statt das Kriegsbeil zu begraben...

... so oder so ähnliche Gedanken könnten einem in den Kopf schießen, wenn man es mit meinen Nachbarn zu tun hat. Nicht das ich meine Nachbarn nicht mag, im Gegenteil! Sie sind alle sehr originell - zu originell!


Ich wohne sehr ländlich, quasi mitten auf dem Land. Eigentlich mein Lebenstraum, da ich früher in einer Großstadt gewohnt habe, wo ich über und unter mir ziemlich schräge Vögel hatte. Also ab auf's Land, da wird sicher alles besser, Ruhe und Einklang mit der Natur - denkste.

Das Männer gerne dazu neigen, ihren Körpergasen freien Lauf zu lassen, ist nichts neues. Was uns Frauen ja auch gar nicht mehr stört, denn wir haben uns im Laufe der Zeit einfach dran gewöhnt. In jeder neuen Beziehung hofft Frau darauf, dass Mann sich im Griff hat - vergebens! Soweit so gut, es stört mich auch gar nicht, denn irgendwie ist es ja auch ein Stück weit natürlich.... Jedoch nicht bei allen Männern! Mein Nachbar Horst Günther, ein Jungeselle der mit 45 Jahren mit Mutti zusammen wohnt, ist in Sachen Gasen, Lüften und anderen körperlich bedingten Geräuschen wirklich ein Sonderfall.

Eigentlich bin ich die, die einen Kleinzoo beherbergt, doch machen all meine Tiere weniger Geräusche am Tag, wie ein Horst Günther im Nachbargarten. So weit so schön, ich versuche ja immer einen Menschen in Schutz zu nehmen. Horst Günther ist etwa 45 Jahre, sprich seine Mutti wird um die 80 sein. Ich weiss inzwischen, dass die gute Frau wirklich schlecht hört. Weshalb Horst Günter sie immer sehr laut anspricht. Aber warum zur Hölle muss Horst Günther auch so laut Husten, Niesen oder seinen Gasen freien Lauf lassen?

Ich habe lange überlegt, mit welchem Beispiel ich diese Laute beschreiben kann, damit sie ein Bild von Horst Günther bekommen - vergebens. Alle mir bekannten Geräusche spielen da in einer anderen Liga.

 Aber an Horst Günther hab ich mich inzwischen wirklich gewöhnt, es würde mich sorgen, wenn ich mal einen Tag nichts von ihm hören würde, denn als examinierte Altenpflegerin weiss man: Keine Darmgeräusche - Gefahr des Darmverschlusses. Und das würde ich dem Lieben echt nicht wünschen.

Eine weitere tolle Nachbarin ist Frau Königs. Ich bewundere diese Frau in einer gewissen Weise, denn so dreist zu sein, bedarf sicher einer großen Portion Selbstbewusstsein oder Abgestumpftheit. Frau Königs wird von ihrem Mann geschlagen, jeder weiss es, nur sie will es nicht wissen. Aber darum geht es gar nicht. Es geht viel mehr darum, was Frau Königs für ihren Mann tut. Wenn Herr Königs nämlich Lust auf frische Petersilie auf den Kartoffeln hat, dann ist auch an einem Sonntag um 15 Uhr Frau Königs gefragt. Also sprintet Frau Königs (ja sie gibt wirklich Gas, damit die Kartoffeln nicht kalt werden) von Haus zu Haus, in der Hoffnung das ein Nachbar frische Petersilie hat. Am Anfang als ich Frau Königs noch nicht kannte, bot ich ihr einst gefrorene Kräuter an. Da hatte ich die Rechnung aber ohne Herr Königs gemacht, denn wenn dieser von frisch spricht, meint er das auch so!

Ich finde es weiss Gott nicht schlimm, wenn man sich in der Nachbarschaft etwas borgt. Jeder von uns vergisst schon mal etwas beim einkaufen und ist froh, wenn ein Nachbar aus hilft.

Doch Frau Königs kann wirklich arg dreist werden, so kam sie neulich mal wieder zu einer unmöglichen Uhrzeit vorbei. Ich werde es nicht vergessen, denn es war an einem Sonntag Abend um 21:10. Gewöhnlich klingelt dann nur jemand, der sich angekündigt hat oder jemand, der ein arges Problem hat. Zweites galt an diesem besagten Abend wohl für Frau Königs, denn ihr geliebter Rolf hatte Lust auf eine Rindfleischsuppe und Frau Königs fehlten da noch "ein oder zwei" Zutaten. Als erstes fing alles ganz gesittet an, sie fragte mich nach Suppengrün. Hatte ich da, ich eilte also in den Keller und übergab ihr dieses. Als ich die Türe gerade schließen wollte, fragte sie mich nach Suppennudeln - erstaunt aber dennoch höflich half ich ihr auch damit aus. Doch dann kam die Frage aller Fragen "Hast du denn auch etwas Suppenfleisch, einen Markknochen und einen 5 Liter Topf für mich???!" Da war meine Geduld an einem Sonntagabend um inzwischen 21:30 dann doch zu Ende. Ich baffte sie an "Soll ich dir die Suppe nicht gleich noch hier kochen??!" und verabschiedete  Frau Königs.

Ich warf ihr aus dem Küchenfenster einen flüchtigen Blick nach und sah, wie sie es gegenüber bei der Familie Schmidt versuchte. Dort wurde sie dann auch fündig und schleppte kurze Zeit später alle Zutaten und Topf nach Hause.

Ich bin wirklich ein Mensch, der gerne aus hilft. Aber von Familie Königs bekommt man geborgte Sachen erstens nie zurück und zweitens verleiht Familie Königs schon mal aus Prinzip gar nichts.

Aber da ich eben die Familie Schmidt erwähnte, möchte ich noch kurz auf Frau Schmidt eingehen. Sie ist eine herzensgute Frau, ich mag sie unheimlich gerne - aber sie hat bei der Verteilung der Hirnmasse einfach den Regenschirm aufgespannt. Ein wunderschönes Beispiel dafür spielte sich vor ein paar Wochen ab, wie immer wenn eine Hündin läufig war, folgt danach die Stehzeit. In der Stehzeit, wird so ziemlich jeder Rüde wild und möchte die Hundedame beglücken, ob kastriert oder nicht, spielt dann keine Rolle. So war es im März auch bei uns. Ronja war frisch aus ihrer Läufigkeit raus und Balu nutze das natürlich gleich aus, etliche Male am Tag sah ich so die beiden Hunde, wie sie sich liebten.... Da Balu kastriert ist, dachte ich mir nichts dabei. Anders aber Frau Schmidt, am 3. Tag der Stehzeit, stand eine aufgelöste und verängstigte Frau Schmidt vor meiner Türe. Man konnte ihr die Sorgen in ihrem Gesicht quasi ablesen. "Frau Tina, ich hab da mal beobachtet... Der Balu war jetzt seit 3 Tagen 57 mal auf der Ronja. Ich denke langsam sollten sie die beiden trennen, denn wo wollen sie nur mit 57 Welpen hin?!"

Und wer da noch sachlich bleiben kann, der soll sich bitte umgehend bei mir melden.

Nachbarn kann man sich zwar aussuchen, aber irgendwie sind doch immer ein paar verrückte Vögel dabei. Und manchmal ist es leichter den Nachbarn statt das Kriegsbeil zu begraben.


 

22.5.15 17:43
 


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